Reformen

Mittelstand begrüßt Reformkurs

"Jetzt braucht es mehr Mut bei der Umsetzung"

Das Unternehmer-Team Allgäu hat die wichtigsten angekündigten Reformvorhaben der Bundesregierung bewertet. Das Ergebnis einer internen Befragung unter den Mitgliedsunternehmen fällt überwiegend positiv aus. Vor allem der geplante Bürokratieabbau, flexiblere Arbeitszeitregelungen und mehr Handlungsspielraum für Unternehmen stoßen auf breite Zustimmung.

„Die Richtung stimmt. Jetzt kommt es darauf an, dass aus Ankündigungen zügig praxistaugliche Gesetze werden“, erklärt Benjamin Adelwarth, Präsident das Unternehmer-Team Allgäu.

Besonders eindeutig fällt das Votum beim Bürokratieabbau aus. Sämtliche befragten Unternehmer sehen darin einen der wichtigsten Hebel, um kleine und mittlere Unternehmen zu entlasten. Weniger Dokumentationspflichten, schnellere Genehmigungen und digitale Verwaltungsverfahren würden den Betrieben Zeit und Kosten sparen.

Ebenso einhellig begrüßt wird die geplante Erhöhung der steuerfreien Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit. Gerade für Handwerk, Produktion, Logistik, Gastronomie und Pflege verbessert dies nach Ansicht der Unternehmer die Möglichkeiten, Mitarbeiter zu gewinnen und flexible Arbeitszeiten attraktiver zu gestalten.

Große Zustimmung erhielt auch die geplante Lockerung befristeter Arbeitsverträge. Die Mehrheit der Unternehmer sieht darin mehr Flexibilität bei Neueinstellungen und eine wichtige Unterstützung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

Positiv bewertet wird außerdem die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Viele Unternehmer erwarten dadurch eine höhere Verlässlichkeit bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Kritischer sehen die Befragten dagegen die geplante Verpflichtung, bereits am ersten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen. Hier überwiegt die Sorge, dass zusätzlicher bürokratischer Aufwand den möglichen Nutzen übersteigen könnte.

Auch strengere Maßnahmen gegen Sozialmissbrauch werden mehrheitlich unterstützt. Gleichzeitig wünschen sich einige Unternehmer, dass zusätzliche Kontrollen gezielt dort ansetzen, wo tatsächlich Missbrauch vermutet wird, und nicht zu einer weiteren Belastung rechtstreuer Betriebe führen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes. Das Unternehmer-Team Allgäu unterstützt ausdrücklich den Vorschlag, die bisherige tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit im Rahmen der europäischen Vorgaben zu ersetzen.

Dabei geht es nicht darum, Beschäftigte länger arbeiten zu lassen, sondern es geht um mehr Flexibilität. Unternehmen müssen auf Auftragsspitzen reagieren können und Beschäftigte wünschen sich häufig moderne Arbeitszeitmodelle wie eine Vier-Tage-Woche oder individuellere Arbeitszeiten, so die Unternehmer.

Gerade Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen könnten von einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung erheblich profitieren, ohne den Arbeitsschutz infrage zu stellen.

Die Unternehmen im Unternehmer-Team Allgäu sehen die angekündigten Reformen insgesamt als Chance, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Sie verbinden damit jedoch die Erwartung, dass die Bundesregierung den eingeschlagenen Kurs entschlossen fortsetzt und den Mittelstand konsequent entlastet.

„Unsere Unternehmen brauchen weniger Bürokratie, mehr Flexibilität und verlässliche Rahmenbedingungen. Der Reformkurs geht aus unserer Sicht in die richtige Richtung. Jetzt braucht es den Mut, die angekündigten Maßnahmen konsequent umzusetzen und dem Mittelstand wieder mehr Vertrauen entgegenzubringen.“ so Benjamin Adelwarth. 

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